Juvenile idiopathische Arthritis

Hintergrund

Die Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA) stellt die häufigste chronisch-entzündliche Rheumaerkrankung im Kindes- und Jugendalter dar. Verschiedene Subtypen lassen sich hinsichtlich Gelenkbeteiligung, systemischer Manifestationen und immunpathologischer Merkmale unterscheiden. Momentan geht man davon aus, dass die Erkrankung durch ein komplexes Zusammenspiel genetischer Prädispositionen, immunologischer Dysregulationen und externer Triggerfaktoren verursacht wird. Diese fehlgeleitete Immunreaktion mit sowohl angeborenem als auch adaptivem Arm führt dabei zu einer chronisch synovialen Entzündung, die unbehandelt progressive Gelenkschädigungen und funktionelle Einschränkungen verursachen kann.

Zielsetzung

Inflammasom:
Bei der systemischen juvenilen idiopathischen Arthritis (sJIA) ist bereits bekannt, dass autoinflammatorische Prozesse fälschlicherweise zu einer Inflammasomaktivierung, mit überschießender Zytokinproduktion der IL-1β Familie führen. Für die anderen Subgruppen der JIA gibt es bislang nur unzureichende Forschungsdaten. Die Auswirkungen der Inflammasomaktivierung auf den Krankheitsverlauf aller Subgruppen werden in einer Beobachtungsstudie untersucht. Ziel unserer Forschung ist ein besseres Verständnis vom Zusammenspiel der autoinflammatorischen und autoimmunen Prozesse im Körper. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zukünftig zur besseren Differenzierung der JIA Subgruppen verwendet werden.

Tph Zellen:
Spezialisierte T-Zellen, sogenannte Tfh Zellen (T follikuläre Helfer-Zellen), sind bekannt für ihre wichtige Funktion bei der Aktivierung und Differenzierung von B-Zellen im Rahmen der Keimzentrumsreaktion im Lymphknoten. Kürzlich wurde auch in der Peripherie eine spezielle T-Zell Population beschrieben, die sich im Blut und in entzündeten Gelenken von Erwachsenen mit Rheumatoider Arthritis nachweisen lässt. Diese T-Zellen sind in der Lage, B-Zellen zu aktivieren. Die Fragestellung dieses Projektes ist es, ob diese neu entdeckten Tph Zellen (periphere T-Zellen, CD4+CXCR5-PD1high) auch bei unseren JIA Patienten vorhanden sind und welche Rolle sie bei der Ausprägung dieser Erkrankung spielen.

Einfluss der Therapie auf Immunzellen:
Effekt der anti-rheumatischen Therapie auf das Lymphozytenkompartiment: In unseren Vorarbeiten haben wir gezeigt, das MTX einen direkten Effekt auf des B-Zellkompartiment hat, Enbrel eher einen indirekten Effekt. Es soll nun untersucht werden, welchen Einfluß MTX auf das B-Zell Rezeptor Repertoire hat. Hierzu untersuchen wir die isolierte RNA aufgereinigter B-Zellen von JIA Patienten vor und nach 6-monatiger MTX-Therapie mittels Next-Generation-Sequencing um den Einfluss auf die klonale Diversität der B-Zell-Rezeptoren zu beurteilen.